Viktors Vermieter Viktor ist vor zwei Wochen in seine neue Wohnung gezogen. Er fühlt sich dort sehr wohl. Auch
sein Vermieter scheint ein netter Mensch zu sein. Doch heute passiert etwas Seltsames:
Mitten in der Nacht klingelt es an Viktors Wohnungstür. Viktor hat einen guten Schlaf.
Er wacht nicht sofort auf. Aber das Klingeln hört nicht auf. Endlich erwacht Viktor. „Was
ist denn los? Es ist doch erst halb drei. Wer kann das sein?“ Viktor steht müde auf und
öffnet die Tür. Vor ihm steht Herr Müller, Viktors Vermieter. Herr Müller murmelt etwas. Viktor versteht ihn nicht. „Was ist los, Herr Müller? Ist etwas
passiert?“ Aber Herr Müller reagiert nicht. Er geht einfach an Viktor vorbei, in die Wohnung.
Im Wohnzimmer setzt er sich auf das blaue Sofa. Viktor folgt ihm. „Herr Müller?“ Sein Vermieter
reagiert immer noch nicht. Viktor macht das Licht an. Jetzt bemerkt er, dass Herr Müller
einen starren Blick hat. „Herr Müller? Sind Sie wach?“ Sein Vermieter reagiert auch jetzt nicht.
„Ach du meine Güte. Ich glaube, Herr Müller ist ein Schlafwandler. Er läuft im Schlaf.
Das ist ja gefährlich! Ich habe gelesen, dass man solche Leute nicht wecken soll.
Vielleicht hilft es, wenn ich ihn hinlege.“ Viktor will Herrn Müller aufs Sofa legen. „Das ist sicherer. Vielleicht schläft er dann weiter.“
Herr Müller liegt jetzt auf dem Sofa. Viktor deckt ihn mit einer Wolldecke zu.
Er selbst kann jetzt nicht mehr schlafen. Viktor macht sich eine große Tasse Tee und
setzt sich auf den Sessel. Er beobachtet seinen Vermieter. Herr Müller scheint tief
und fest zu schlafen. „Das ist ja wieder gut gegangen. Gut, dass er zu mir gekommen
ist. Wenn er auf der Straße gelandet wäre, wäre es gefährlich geworden.“
Am nächsten Morgen kann sich Herr Müller an nichts mehr erinnern. Aber er ist dankbar,
dass Viktor sich um ihn gekümmert hat. „Ich habe diese Krankheit schon sehr lange. Deshalb schließe
ich meine Wohnungstür immer ab. Den Schlüssel verstecke ich in der Kaffeedose. So kann ich
wenigstens nicht im Schlaf aus der Wohnung herauslaufen. Ich habe ihn wohl letzte Nacht
vergessen. Vielen Dank für die Hilfe.“ Viktor muss lachen. „Herr Müller, Sie sind der seltsamste
Vermieter, den ich je hatte. Kommen Sie, trinken wir einen Kaffee zusammen. Wenn Sie noch einmal
nachts bei mir klingeln, weiß ich, was los ist. Das Sofa ist jederzeit für Sie reserviert!“
Tödlicher Unfall Viktor wohnt in einer kleinen Wohnung. Sie liegt an der Hauptstraße. Sein Vermieter, Herr Müller,
leidet an einer seltenen Krankheit. Er ist Schlafwandler. Oft steht er nachts auf und
läuft umher, ohne es zu merken. Das ist kein großes Problem, solange er in seiner
Wohnung bleibt. Aber manchmal vergisst Herr Müller, die Wohnungstür abzuschließen. Dann
wird es gefährlich. Viktor hat Herrn Müller schon an den seltsamsten Orten gefunden:
im Treppenhaus, im Fahrradkeller und auf der Kinderschaukel im Garten.
Viktor kann heute nicht schlafen. Er hat spät noch Kaffee getrunken und ist jetzt
hellwach. „Ich werde mich noch kurz auf den Balkon setzen. Vielleicht macht mich
die Nachtluft müde.“ Viktor setzt sich auf seinen Stuhl und schaut auf die Straße. Es
ist ein Uhr nachts. Die meisten Menschen schlafen um diese Zeit. Eine schwarze
Katze schleicht umher. Gelegentlich fährt ein Auto vorbei. Aber sonst ist es ziemlich still.
Plötzlich fällt ein Lichtstrahl auf den Bürgersteig vor Viktors Haus.
Jemand hat die Haustür geöffnet und kommt aus dem Haus. „Oh nein,
bitte nicht! Das ist wieder Herr Müller! Der geht auf die Straße!“