CSI in echt: Verbrecherjagd trotz Pixelbilder (Science vs. Fiction feat. @BreakingLab)

Tach zusammen, Jack Pop hier.
Boah ist das eine miese Bildqualität. Können wir da noch was machen?
(Mit dem richtigen Equipment kann das Bild vergrößert und geschärft werden.)
In Crime-Serien und -Filmen ist das Standard. Also entpixeln, Bilder schärfer machen,
Bilder vergrößern und das innerhalb von nur ein paar Sekunden. Und es ist immer verbunden
mit einem magischen Wort…
(Verbessern!)
Das sieht doch total easy aus. Und natürlich wird dadurch auch das Verbrechen aufgeklärt.
Aber geht das wirklich? Kann man Bilder wirklich so schnell und beliebig weit verbessern?
Und wie arbeitet man eigentlich in der digitalen Forensik?
Das finden wir heute raus und dafür haben wir uns gleich zwei Experten eingeladen.
Einen echten CSI-Professor und Jacob vom YouTube-Kanal Breaking-Lab.
Also let's enhance!
Vor ein paar Wochen habe ich Euch diese Frage schon gestellt; bei Instagram und hier
im Community-Tab. Und Ihr habt gesagt: ja, Computer haben das heute schon drauf.
Ob Ihr damit Recht habt, das verrät uns jetzt Dirk Labudde. Der ist Professor an der Hochschule
Mittweida und leitet dort den Studiengang digitale und allgemeine Forensik.
Rockerkrieg, Kunstraub, Fluchtwagenidentifizierung - wenn es um spektakuläre Verbrechen geht,
ist Professor Labudde deutschlandweit dabei. Er hilft der Polizei, Fotos und Videos zu
analysieren, zum Beispiel beim Raub im Grünen Gewölbe in Dresden.
Den „Tatort“ schaut er nur, um sich zu amüsieren. Bei Krimis greift er lieber zum Buch.
Professor Labudde, vielen Dank, dass Sie da sind, freue mich sehr.
Bei „CSI“, „Cold Case“, in diesen Hollywood-Film sieht es immer super einfach aus.
Ein paar Tastendrücke und dann hat man perfekte Bilder. Welche Methoden gibt es denn
jetzt wirklich in einer digitalen Forensik?
Die Methoden gibt es schon. Das wollen wir gleich am Anfang auch deutlich sagen.
Dazu kann man die die klassische Bildforensik durchaus benutzen, also so etwas wie den Kontrast anpassen,
Helligkeit, Sättigung - dass man einfach mehr sieht.
Dann kann man über die Farbtemperatur gehen. Man kann auch die Unschärfe versuchen ein
bisschen klassisch zu beseitigen. Das Rauschen ein bisschen raus nehmen, wie bei einer normalen Anpassung
bis hin zu komplizierteren Methoden, die aus der Kunstfotografie oder wo auch immer herkommen.
Können Sie für so eine Methode ein Beispiel geben?
Zum Beispiel das Foto-Stacking. Da hat man sich überlegt, wenn man so Mikroaufnahmen
macht, dass dann der Fokus immer woanders liegt bei einem Objekt. Dann schiebt man die
Bilder nach und nach, dem Fokus, folgend übereinander.
Und dann sieht man eigentlich, wo Informationen ablesbar sind oder auch nicht. So funktioniert das.
Also wenn man Rauschen übereinanderlegt und in dem Rauschen ist immer an der gleichen
Stelle ein Signal, dann wächst das sozusagen. Alles andere verschwindet und nur dieses Signal
kommt heraus. Das ist die Idee, die beim Stacking auch funktioniert.