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by
kozakandriyv
Es gibt da diesen Mythos: Was dich nicht umbringt, macht dich stärker. Dass du besser
gewappnet seist, wenn du eine Krankheit überlebt hast. Und das scheint ja irgendwie auch logisch,
denn wir haben das alle schon erlebt. Wenn wir etwas Schwieriges durchmachen müssen,
sind wir hinterher oft resilienter und können schwierige Situationen besser
meistern. Aber tatsächlich macht dich, was dich nicht umbringt, manchmal auch schwächer.
Was passiert denn, wenn du krank wirst?
INTRO
Die Kriegsmaschinerie
Stell dir mal vor, du wärst ein großes Land mit einer beträchtlichen Armee zur Verteidigung. Du
bist umgeben von Feinden, die an dein Land, deine Energie und deine Ressourcen wollen.
Weil es um Leben oder Tod geht, hat sich dein Körper so entwickelt,
dass er ziemlich sensibel auf Beschädigungen und Feinde reagiert. Denn es könnte
ja jederzeit eine Invasion geben, und dann muss der Körper schnell reagieren.
Starten wir mal so eine Invasion und schauen, was passiert.
Sobald deine Zellen merken, dass etwas nicht stimmt,
entlassen sie eine Welle von Signalproteinen namens Zytokine. Sie sind wie Alarmsirenen,
die verschiedenste Immunzellen aktivieren, welche noch mehr Zytokine freisetzen und den
Alarm so noch verstärken. Schon bald leiten jede Menge Signale
Vorkehrungen und Gegenmassnahmen ein. Die Mobilmachung hat begonnen.
Dein Gehirn aktiviert Krankheitsverhalten und priorisiert die Abwehr. Als erstes merkst du,
dass deine Energie nachlässt und du müde wirst. Du fühlst dich schlapp,
oft auch besorgt oder betrübt und appetitlos. Du nimmst Schmerzen stärker wahr und willst dich
ausruhen. All das dient dazu, Energie zu sparen, um sie für die Immunabwehr bereitzustellen.
Du wirst quasi zu einem Land unter Beschuss, das auf Kriegswirtschaft umstellt,
denn das Immunsystem richtig zu aktivieren bedeutet eine krasse
Störung und ist sehr kraftraubend. So, wie Krieg für ein Land teuer ist,
wenn die gesamte Industrie plötzlich Panzer bauen muss, kostet es auch dein Immunsystem
riesige Mengen Energie, Aminosäuren und andere Stoffe um Waffen herzustellen.
Fieber zum Beispiel: Es beschleunigt deinen Stoffwechsel und lässt deine
Zellen härter und schneller arbeiten, während es Hitze produziert, das viele Eindringlinge
unter Stress setzt - aber es braucht eine Menge Kalorien, um am Laufen zu bleiben.
Dann beginnt dein Immunsystem, Millionen spezialisierte Immunzellen
zu klonen um auf genau den Feind zu reagieren, der dich infiziert hat.
B-Zellen produzieren jede Sekunde Millionen Antikörper. Der Bau jedes einzelnen verbraucht
hunderte Aminosäuren. Es braucht Milliarden oder sogar Billionen Proteine, um das Komplementsystem
immer wieder aufzufrischen - das ist eine Art Minenfeld in deinem Blut. Zytokine,
die Signale zur Mobilmachung und Information, müssen ebenfalls ständig erneuert werden.
Normalerweise nimmst du Ressourcen über das Essen auf. Aber wenn du krank bist,
bremst dein Körper die Verdauung, denn sie verbraucht eine Menge Energie,
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