Mein Reisemosaik von Deutschland
Die Entschleunigung meiner Reise - Familienbesuch Nachdem ich nun Metropolen und Ballungsgebiete hinter mir gelassen habe, wende ich mich dem ländlichen Südwesten zu. Die Hälfte meiner Familie stammt aus dem Schwarzwald, darum fuhr ich mit der Bahn gleich mal mitten hinein, nämlich ins Kinzigtal. Noch während die Landschaft mit ihren idyllischen Tälern und Orten an mir vorbeigleitet, steigen Erinnerungen in mir hoch. Dann hält der Zug im Bahnhof und ich steige aus. Ist es die Luft, ist es der Geruch nach frisch geschnittenem Heu: gleich waren sie da, die Bilder aus Kindertagen. Ich lächle und winke meinem Kusin, der mich mit dem Auto abholt.
Erst einmal begrüßen und ankommen. So viele Augen, so viele Hände und Arne, herzliche Wärme empfängt mich. Es gibt auch gleich Vesper mit Bauernbrot, Wurst und Speck vom Brettle". Mit scharfen Messer hauchdünn geschnitten, zergeht mir die Erinnerung auf der Zunge. Als Getränk kann ich wählen zwischen Most vom Bauern oder doch ein Tannenzäpfle, falls ich Lust auf ein Bier habe. Das Wasser ist schließlich zum Waschen und für die Tiere da,
Und mit der Nahrung nehme ich auch gleich ein Sprachbad. Wie lange habe ich diesen Klang der Sprache nicht gehört! Auch das ist Deutsch, eine Behauptung, für die mich die meisten meiner Kollegen spöttisch belächeln, weil Alemannisch für sie eine Fremdsprache ist. Dabei ist Dialekt heutzutage wieder im Trend. Wie viel ärmer wäre die Sprache ohne die Mundart. Vielleicht ist die Sprache der Umgebung auch so ein bisschen etwas wie Heimat, die man mit sich im Herzen trägt.
Beim Abendspaziergang um den Waldsee, besprechen wir Pläne für eine kleine Wanderung am nächsten Tag. Nach langer Diskussion, ob es auf den Brandenkopf, zu den Nillhöfen oder auf die Heidburg gehen soll, beschließen wir das Auto in der Garage stehen zu lassen und nur so weit zu gehen, wie uns die Füße von der Haustüre aus tragen. Das war eine kluge und pragmatische Entscheidung. Zum Einen hätten wir gar nicht alle in ein Auto gepasst und es wäre ein zweites Auto nötig gewesen. Zum Anderen wollte ich schließlich Natur pur genießen.
Noch während ich hier in meinen Laptop tippe, erinnere ich mich an glückliche Kindertage, rieche die Waldluft und freue mich auf morgen.