Negative Gedanken in positive umwandeln

Wer negative Gefühle dauerhaft unterdrückt, bewirkt am Ende das Gegenteil und wird eines Tages umso heftiger mit ihnen konfrontiert. Deshalb: Akzeptiere, wenn es Dir einmal schlecht geht, mit dem Wissen, dass die Welt morgen wieder ganz anders aussieht.

Wie stoppe ich meine negativen Gedanken?

Dass wir nicht immer positive Gedanken haben, ist völlig normal. Das gehört zum Leben dazu. Allerdings sollte negatives Denken nicht überhandnehmen. Hängst Du in der Abwärtsspirale der negativen Gedanken fest, ist es für Dein Lebensglück und Deine Gesundheit wichtig, diese zu stoppen. Wie das geht:

1. Gedanken ziehen lassen

Gedanken kommen und gehen. Akzeptiere, dass Du jeden Tag sowohl positive als auch negative Gedanken hast. Nimm sie wahr, aber lass sie vorbeiziehen. Nur wenn Du Dich zu sehr an den negativen Gedanken festklammerst, können sie zum Problem werden.

2. Hinterfragen

Beschäftigt Dich ein negativer Gedanke besonders, dann hinterfrage die Gründe. Warum denke ich gerade so negativ? Sonne ich mich gerade in der Opferrolle und schiebe die Schuld auf die anderen? Dann überlege: Was könntest Du aktiv ändern, um die negativen Gedanken zu beseitigen? Oder hast Du zu wenig Selbstvertrauen in Deine Fähigkeiten? Dann finde die negativen Glaubenssätze, die Dich zweifeln lassen.

3. Stopp sagen

Hängst Du in Grübeleien fest, sag einfach Stopp. Vielleicht meldet sich Dein innerer Kritiker immer wieder zu Wort, vielleicht ärgerst Du Dich über Fehler, die Du gemacht hast. Verschwende nicht zu viel Energie auf diese Gedanken. Antworten sie dann mit „Ja, aber …“, bleibe bei Deinem „Stopp“ und wiederhole es so oft, bis Du Deine Gedanken zum Schweigen gebracht und Deine negativen Gedankenmuster durchbrochen hast.

Negative Gedanken können uns vor Gefahr schützen, die jedoch im heutigen Alltag nur selten real besteht. Deshalb schenke ihnen nur dann Aufmerksamkeit, wenn sie wirklich begründet sind.

Wie kann man negative Gedanken in positive umwandeln?

Ist der negative Gedankenfluss erst einmal unterbrochen, kannst Du die negativen Gedanken sogar in positive umwandeln. Hier ein paar Beispiele:

Du bist gerade gestresst von der Arbeit? Dann denk daran: Es ist nur eine stressige Phase, die vorübergeht. Bald wird es wieder Aufgaben geben, die Dir Spaß machen. Wenigstens sind Deine Kollegen nett und ihr sitzt im selben Boot. Dauert der Stress dauerhaft an, hast Du es selbst in der Hand, Dir einen neuen Job zu suchen, der Dich zufriedener macht.

Dein innerer Kritiker redet Dich immer wieder klein? Dann mache den Realitätscheck und betrachte Dich aus einer anderen Perspektive. Was würden Freunde, Familie und Bekannte über Dich sagen? Sie loben bestimmt Deine Stärken und sehen Dich als liebenswerten Menschen. Mit dieser Einstellung trittst Du Deinem inneren Kritiker gegenüber und zählst ihm all Deine positiven Eigenschaften auf.

Du denkst immer, Du verdienst es nicht, glücklich zu sein? Negative Glaubenssätze blockieren Dich und halten Dich in der Negativspirale gefangen. Drehe die Glaubenssätze, die Dich prägen, in positive um: „Du kannst was“, „Du bist ein wertvoller Mensch“, „Du bist liebenswert“, „Du bist gut, wie Du bist“.

Du hast ständig Angst, Deinen Job zu verlieren? Dann denk nicht darüber nach, welche Nachteile eine Kündigung mit sich bringt, sondern sieh die Chancen. Neue Herausforderungen, nettere Kollegen, bessere Arbeitszeiten, mehr Freizeit, mehr Gehalt – es gibt vieles, was sich mit einem neuen Job verbessern kann.

Du hast Angst vor einer Trennung? Den Partner zu verlieren, bedeutet natürlich immer Herzschmerz und eine Veränderung der Lebensumstände. Sie macht jedoch auch Raum für Neues: Du kannst Deine Freiheit genießen und Dich um Deine eigenen Bedürfnisse kümmern. Du musst keine Kompromisse mehr eingehen. Du kannst in eine andere Stadt ziehen, einen Job im Ausland annehmen, Dir neue Hobbys suchen. Du kannst all die Dinge tun, die Dich glücklich machen.

Positives Denken kann sogar unter therapeutischer Anleitung bei Angststörungen helfen, besser mit angstauslösenden Situationen umzugehen.

Wie ziehe ich positive Menschen in mein Leben?

Positivität zieht Positives an. Das mag physikalisch vielleicht nicht stimmen, bei zwischenmenschlichen Beziehungen funktioniert das jedoch sehr wohl. Je positiver gestimmt Du in den Tag startest, umso offener bist Du auch für andere positive Menschen.

Ein kleiner Plausch mit der Nachbarin, ein freundlicher Gruß für die Kassiererin im Supermarkt, ein gut gelauntes Guten Morgen beim Betreten des Büros: Begegnest Du anderen Menschen mit einem Lächeln, bekommst Du auch eins zurück.

Denn im Grunde sind die positiven Menschen immer da, Du hast sie nur bisher vor lauter Negativität nicht wahrgenommen. Sei ab jetzt offen und dankbar für die Positivität, die Dir entgegenkommt. So lernst Du auch neue Menschen kennen, die Dein Leben bereichern.

Ein weiterer Schritt ist es, negative Menschen gehen zu lassen. Deine Freundin jammert ständig, lästert nur über andere und zieht Dich mit ihrer schlechten Laune nach unten? Dann tut Dir diese Freundschaft nicht gut. Vielleicht ist es sogar Dein Partner, der Dich mit seiner Negativität ansteckt.

Lass Dich von solchen Energievampiren nicht unglücklich machen und Dir Deine Kraft rauben. Sortiere Deinen Bekanntenkreis aus und umgib Dich mit Menschen, die Dir guttun und mit denen Du lachen kannst.

Warum bekommt man negative Gedanken?

Warum manche Menschen mehr positive oder mehr negative Gedanken haben, liegt an verschiedenen Faktoren. Die Ursache kann eine genetische Veranlagung sein, die frühkindliche Prägung durch die Erziehungspersonen, aber auch Erfahrungen, die wir gemacht haben. Es gibt jedoch auch Faktoren, die wir selbst bewusst beeinflussen können.

Die Hirnforschung kann heutzutage belegen, dass unsere Gedanken Auswirkungen auf die Struktur unseres Gehirns haben. Jeder Gedanke löst eine biochemische Reaktion aus, die zur Ausschüttung von Botenstoffen wie Hormonen und Neurotransmittern führt.

Stress gehört zu den Auslösern von negativen Gedanken, die zur Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol, Adrenalin, Noradrenalin, Histamin und Zytokinen führt. Das erklärt, warum auch unsere Stimmung in stressigen Situationen sinkt.

Negative Glaubenssätze, Vorurteile und festgefahrene Meinungen können unser Gehirn geradezu blockieren und auf die Dauer zu körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel und Depressionen führen.

Denken wir hingegen positiv, werden Serotonin, Endorphine, Oxytocin, Dopamin und Vasopressin erzeugt – vereinfacht gesagt Glückshormone, die unsere Gefühlswelt und damit auch unsere Gesundheit positiv beeinflussen.


To start learning, sign up for free.