Schulpraxis: „Schule" - ein Stresswort?
Unsere Kinder müssen nicht nur den äußeren Weg zur Schule lernen. Sie müssen vor allem auch einen inneren Weg durch die Schule lernen.
Schulstress ist ein Thema, das Eltern und Pädagogen gleichermaßen beschäftigt. An sich gibt es zwei Arten von Stress: Zum einen gibt es den positiven Stress, der dafür sorgt, dass wir besondere Leistungen erbringen können, wenn es erforderlich ist. Zum anderen unterscheidet man davon den negativen Stress, der sich gesundheitsschädigend auf Körper und Seele auswirkt. Beim Schulstress handelt es sich leider- aber zumeist um negativen Stress, der entsteht, wenn Kinder und Jugendliche mit Situationen konfrontiert werden, die sie überfordern.
Es gibt verschiedene Formen und Ursachen für den Schulstress. Beispielsweise entsteht Leistungsstress, wenn zu bestimmten Zeiten sehr viel gelernt werden muss oder wenn die Kinder und Jugendlichen den geforderten Unterrichtsstoff nicht verstehen. Besonders die Angst vor schlechten Noten spielt dabei eine Rolle.
Unter Schulstress versteht man auch sozialen Stress, der durch verschiedene Ursachen in der Schulumgebung auftreten kann. So bedeutet es großen Stress für ein Kind, wenn es von Mitschülern zum Außenseiter gemacht wird oder sich gegen Mitschüler nicht durchsetzen kann (Mobbing). Auch Schüler-Lehrer-Beziehungen, die nicht funktionieren, sind großer Stress für Kinder und Jugendliche.
Sobald Kinder oder Jugendliche aber über einen längeren Zeitraum körperliche Beschwerden äußern, sollte dies ernst genommen werden. In den meisten Fällen klagen Kinder über Magen- oder Kopfschmerzen. Der Bauch ist ein sehr sensibler Bereich, der auf psychische Belastungen sehr schnell reagieren kann. Es ist sicherlich hilfreich, genau zu beobachten, wann solche Symptome bei ihrem Kind auftreten: Jeden Tag vor der Schule, immer donnerstags vor der Mathestunde oder wenn in der Sportstunde der Junge aus der Nachbarklasse dabei ist. Daraus können Sie häufig schließen, was die spezifischen Auslöser für Stress bei Ihrem Kind sind. Aber auch wenn Eltern feststellen, dass ihr Kind nicht mehr so viel aus der Schule oder Freizeit erzählt wie früher oder immer stiller wird, sollten sie aufmerksam werden und mit ihrem Kind unbedingt das Gespräch suchen.
Ebenso ist es hilfreich, engen Kontakt mit den Lehrern Ihres Kindes zu suchen, um den Leistungsstand zu erfragen und nach eventuellen Hilfsmöglichkeiten zu suchen (zum Beispiel Förderunterricht, Nachhilfe). Falls Sie als Eltern das Gefühl haben, dass Sie Ihrem Kind bei seinen Schulproblemen nicht mehr weiterhelfe Sie sich an Fachleute an der Schule Ihres Kindes, wie Sozialpädagogen und Schulpsychoic Beratungsstellen.