Verhaltene Glückwünsche für den Papst
der Poststelle des Vatikans dürften sich heute die Glückwünsche aus aller Welt stapeln. Zehn Jahre ist Papst Franziskus nun im Amt. Die Briefe aus Deutschland fallen vermutlich etwas verhaltener aus, wenn man sich ansieht, wie der Reformprozess „Synodaler Weg“ am Wochenende zu Ende gegangen ist. Und zwar auch wegen Papst Franziskus.
Drei Jahre hat der „Synodale Weg“ gedauert. In solchen Zeiträumen kann sich die ganze Welt verändern, in der katholischen Kirche reicht es nur zu Trippel-Reform-Schritten. Sicher, der „Synodale Weg“ war insgesamt ein wichtiges Aufbruchssignal, weil drängende Fragen auf den Tisch kamen. Auf der Abschlussversammlung wurden die verabschiedeten Reformpapiere auch gefeiert, es ist nicht nichts herausgekommen. Aber doch für viele enttäuschend wenig.
Den Beschluss, doch bitte mal höflich in Rom beim Papst zu fragen, ob nicht wenigstens das Diakonat als niedrigstes Weiheamt für Frauen geöffnet werden könnte, gab es so ähnlich schon in den siebziger Jahren. Mehr Stillstand als Fortschritt. Auch andere Papiere wurden abgeschwächt. Der Gegenwind ist eben zu stark, von einigen konservativen deutschen Bischöfen, aber auch aus Rom.
Papst Franziskus hat mehr als einmal deutlich gemacht, dass er vom „Synodalen Weg“ nichts hält, man brauche keine zwei evangelischen Kirchen in Deutschland, kanzelte er den Prozess ab. Natürlich ist er auch als Papst nicht allmächtig, sondern mit Widerstand aus den eigenen Reihen konfrontiert, und er muss Rücksicht auf die Weltkirche nehmen. Und ja, er hat manches verändert, etwa Frauen in hohe Positionen im Vatikan gebracht.
Aber insgesamt sehen ihn viele Katholikinnen und Katholiken heute ernüchtert. Denn an den grundlegenden Machtverhältnissen in der katholischen Kirche will und wird der 86-Jährige nichts ändern. Vermutlich bekommt er aber auch dazu heute Glückwünsche. Nicht alle Katholikinnen und Katholiken weltweit sind so reformbereit wie die meisten in Deutschland.